Teil 4

In Landmannalauga angekommen steigen wir mit gleichgesinnten aus dem Bus. Während wir gespannt auf die nächsten Tage in die Vielfältigkeit der Landschaft sehen, droht zu unseren Füßen noch ungeahntes. Die Sonne scheint und wir entschließen uns aufzubrechen, „Hey, da liegt der Busfahrplan, den sollten wir nicht verlieren!“. Beim aufheben des Busfahrplanes offenbart sich uns das was wir bisher übersehen hatten. Der Bus für Plan B, Plan „Notfall“, zerfällt zu Staub. Die Busroute die für Plan B ausschlaggebend war, sollte erst 4 Wochen später befahren werden als wir bisher angedacht hatten. Desillusioniert lassen wir die Rucksäcke vom Rücken gleiten, „... das kann nicht sein!“. Wir gehen in die Hütte an die wir uns die ganze Zeit gelehnt hatten. Auf unsere Nachfrage hin, ob das so richtig sei, bestätigte uns man, dass der Fahrplan die Wahrheit zeigt, die wir bisher übersehen hatten. Plan C musste her. Die Überprüfung der Lebensmittel machte das geahnte zur Wahrheit, wir hatten noch für 3 Tage Lebensmittel vorrätig. Für vier Tage hätte es reichen müssen, wenn alles gut verlaufen würde. Was wir hier noch nicht wussten, dass der vermeintliche Nachschub an Lebensmittel in Hrauneyjar, ausgeblieben wäre, da die Ortschaft in der Karte nur eine Tankstelle gewesen wäre. Und Tankstelle bedeutet in Island, zum größten Teil auch Tankstelle, eine Zapfsäule, auf der einen Seite Super auf der anderen Diesel und ein Kreditkartenautomat, abgesehen von einem Bretterverschlag von Schuppen, nichts weiter.

Nach langem Überlegen stand der Entschluss fest, zurück nach Reykjavík um dort am Flughafen ein Auto zu mieten, damit sich letzten zwei Wochen in Island bezahlt machen. Wir liefen enttäuscht die Straße zurück die der Bus gekommen war. Das erste Auto was wir anhielten, in der Hoffnung das es uns ein Stück Richtung Hella mit nimmt, war besetzt mit zwei älteren englischen Damen, da war kein Platz mehr drin weder für einen von uns noch für einen unserer Rucksäcke. Das zweite war ein Kleinbus den wir anhielten, da sollte noch Platz für uns drin sein. Das tat es, beim betreten des Busses bemerkten wir das wir in der selben Gesellschaft gelandet waren in der wir schon beim Frühstück waren. Die französischen Pensionisten. Mit fröhlichem französischem Gesang schaukelte der Kleinbus mit uns Richtung Hella. Der Busfahrer ist Anfang dreißig, ist Isländer der in Frankreich studiert hat und der Reiseleiter ist Franzose der Englisch spricht. Kurz vor Hella verlassen wir die angeheiterte Gesellschaft durch den Wein der im Bus herumgereicht wurde. Schnell einen Kaffee an der Raststätte an der uns die freundlichen Franzosen abgesetzt hatten und zurück an die Straße und Daumen raus. Eine Stunde später hielten zwei junge Isländer an und nahmen uns bis Selfoss mit. Dort dauerte es bloß eine halbe Stunde bis der nächste anhielt und uns bis nach Reykjavík mitnahm. Vom Busbahnhof aus fuhren wir direkt zum Flughafen und mietet uns ein Auto. 2:30 Uhr liegen wir wieder im Zelt auf dem Zeltplatz der ersten Nacht in Reykjavík bloß das jetzt draußen auf dem Parkplatz ein Suzuki Jimmny steht.

9:00 Uhr nach dem Frühstück und Zeltabbau gibt es die für jeden die erste Dusche seit einer Woche, das Wasser riecht immer noch so komisch. Oder liegt es jetzt an uns?

Jetzt wollten wir das Wahrzeichen von Island sehen, einen Geysir. Gesagt getan, wie ein Auto das Leben vereinfacht! Danach wieder zurück auf die Ringstraße gen Osten. Hier und da ein Stopp und total übermannt von der abwechslungsreichen Landschaft ist der nächste Stopp in Skaftafell am Vatnajokulln gegen 3:00 Uhr. Der angenehme Platz den wir aus dem Auto heraus ausfindig machten um etwas zu essen entpuppte sich als Niederlassung höchst aggressiver Fliegen, die es auf sämtliche Körperöffnung die der Kopf zu bieten hat, abgesehen haben. Die Suppe löffeln wir im Auto. 5:00 Uhr, es wird kalt im Auto, ich hol mir den Schlafsack von hinten hervor und schau dabei auf den verschlossenen Zeltplatz vor uns.